Jonathan Rée

Jonathan Rée

Jonathan Rée, Oxford


Zur Person
Historiker und Philosoph, Gründungsmitglied der Gruppe Radical Philosophy in den 1970er Jahren und unterrichteteüber viele Jahre an der Middlesex University in London. Zu seinen Werken zählen Philospical Tales und I see a voice. Seine Kurse an der The Open University beinhalten Hannah Arendt, Ludwig Wittgenstein, Jean-Jacques Rousseau, Karl Marx, Søren Kierkegaard und Friedrich Nietzsche. Rée schreibt für die Feuilletons von Zeitungen und Zeitschriften wie Evening Standard, London Review of Books, Prospect, The Independent, Times Literary Supplement und New Humanist und erscheint in Übersetzungen auch in Der Freitag und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Anchor: ree_abstract

Aktuelle Publikationen (Auswahl)
Rée, J. (2014). In defence of Heidegger. http://www.prospectmagazine.co.uk/arts-and-books/in-defence-of-heidegger.

Rée, J., Urmson, J.O. (2005). The concise encyclopedia of Western philosophy. London: Routledge, 2005.

Rée, J. (2001). The translation of philosophy. New Literary History, 32(2), 223-257.

Vortrag im Rahmen der Sektion
“Von der Gefahr der Gewissheit zur Kühnheit des Zweifelns”
Titel: Zur Kühnheit des Zweifelns
Datum: Donnerstag, 13. Oktober 2016
Uhrzeit: Zwischen 14.00 und 16.45 Uhr (genauere Angaben folgen)

Abstract
Der intellektuelle Prozess, so denkt man, führt vom Zweifel zur Gewissheit, aber ich werde dagegenhalten, dass wir es umgekehrt betrachten sollten. Kant formulierte das Motto der Aufklärung: sapere aude! ‘Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen’, doch vielleicht sollten wir stattdessen dubitare aude! ‘Habe Mut zu zweifeln’ vorziehen. Im ersten Teil werde ich auf verschiedene Arten des Wagnis Zweifel eingehen: der Zweifel, der dem klassischen Skeptizismus (Sokrates) zuzuordnen ist; der Zweifel, der dem Bereich der Naturwissenschaften (Descartes) und dem Neoskeptizismus (Montaigne) entspringt, und schlieβlich werde ich mich auf den Zweifel beziehen, den Kierkegaard in seiner Schrift „De omnibus dubitandum est“ entwickelt. Im zweiten Teil werde ich die Vorteil e des Zweifelns für veschiedene Bereiche beleuchten: (a) die Vermeidung von Dogmatismus in der Wissenschaft, (b)die Vermeidung eines endgültigen Abschlusses in persönlichen und therapeutischen Beziehungen , (c) die Vermeidung von Sentimentalität und Nostalgie in der Politik.