Jochen Schweitzer-Rothers

Jochen Schweitzer-Rothers

Prof. Dr. Jochen Schweitzer-Rothers, Heidelberg

Zur Person
Prof. Dr. Jochen Schweitzer, Dipl. Psych., Leiter Sektion medizinische Organisationspsychologie am Universitätsklinikum Heidelberg; gesellschaftspolitischer Sprecher der DGSF; zweiter Vorsitzender Helm Stierlin Institut.

Aktuelle Publikationen (Auswahl)
Weinhold, J., Bornhäuser, A., Hunger, C., Schweitzer, J. (2014): Dreierlei Wirksamkeit. Die Heidelberger Studie zu Systemaufstellungen. Heidelberg: Carl Auer.

Ochs, M. & Schweitzer, J. (Hrsg.,2012). Handbuch Forschung für Systemiker. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.

Sydow, K.v., Beher, S., Schweitzer, J. & Retzlaff, R (2010). The Efficacy of Systemic therapy with adult patients: A meta content analysis of 38 randomized controlled trials. Family Process, 49 (4), 457-485.

Schweitzer, J. & Nicolai, E. (2010). SYMPAthische Psychiatrie. Handbuch systemisch-familienorientierter Arbeit. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprech.

Schweitzer, J. & Schlippe A.v. (2006). Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung BD II: Das störungsspezifische Wissen der systemischen Therapie. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.

Im Netz
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Vortrag im Rahmen der Sektion
“Systemische Therapie – Haben wir uns zu Tode gesiegt”
Titel: Systemische Haltungen, Politische Positionierung und Politischer Aktivismus: (Wie ) past das zusammen?
Datum: Freitag, 14. Oktober 2016
Uhrzeit:Zwischen 10.00 und 12.00 Uhr (genauere Angaben folgen)

Abstract
Viele systemische Therapeuten waren oder sind aktiv in Bewegungen für soziale Veränderungen (oder unterstützen diese) in Feldern wie Menschenrechte, Ökologie, Gewaltfreiheit/ Frieden, soziale Gerechtigkeit.Politische Positionierung nimmt typischerweise eine „Entweder-Oder-Form“ an: Man ist „für Anliegen A“ oder „gegen Anliegen B“. Systemisches Denken hingegen legt oft eine ambivalente „sowohl- als-auch“-Positionierung nahe, die die guten Nebenwirkungen schlechter Entwicklungen und die schlechten Nebenwirkungen guter Entwicklungen anerkennt. Wenn nun systemische Therapeuten, sei es als einzelne oder kollektiv in Vereinigungen – sich gesellschaftspolitisch positionieren wollen, müssen sie irgendwie diese beiden Ansätze verbinden. Wie kann ein solcher Brückenschlage zwischen z.B. den Ideen von Gregory Bateson und Karl Marx, Niklas Luhman und Pierre Bourdieu, Gianfranco Cecchin oder Mahatma Ghandi theoretisch gelingen? Wie können wir (sofern wir dies wollen) konkret Ungerechtigkeiten und Unterdrückung kritisieren, politische Kampagnen gegen dominierende wirtschaftliche und politische Mächte unterstützen – und zugleich respektful mit unseren Gegnern und respektlos mit unseren eigenen Glaubenssätzen umgehen? Einige derzeit (Frühjahr 2016) aktuelle politische Debatten können die Chancen und Grenzen eines solchen Brückenschlages studieren helfen. Solche Themen könnten sein: „Willkommenskultur oder sichere Außengrenzen – Flüchtlinge in der EU“; „Würde in der Armut: kann ein bedingungsloses Grundeinkommen für jedefrau/ jedermann helfen?“ „Ungerechtigkeit in der EU: Der Fall von Griechenland und Deutschland“; „Systemische Coaches und Organisationsberater: können sie mehr Kollektivität, aufrechten Gang und Widerstand in der Arbeitswelt unterstützen?“ Fallilustrationen zu dieser Diskussion entnehme ich meiner eigenen Arbeit als Organisationsberater und als gesellschaftspolitischer Sprecher der DGSF.